Der ungeliebte Freund

Der ungeliebte Freund

Überall bin ich und sehe ich mich selbst.

Einmal fühle ich mich kalt an, einmal bin ich warm. Eine Behältnis bin ich, ein Gefäss für Gefühle, Hass und Liebe. Ich bin die Helligkeit, wie auch die Dunkelheit. Obwohl ich überall schon bin, werde ich immer wieder gebracht. Doch nur selten bin ich wirklich willkommen.

Dabei erlöse ich vom Leid und Schmerz, bin mehr ein Freund, als ein Feind. Doch sie gehen mir aus dem Weg, als wären sie Bälger, die ihrem Vater aus dem Weg gehen, um nicht ins Bett zu müssen. Dabei bin ich überall und war schon immer. Ob im Bett, im finsteren Keller oder in jedem noch so guten Versteck, ich war dort. So bin ich ein Freund, der Sicherheit bringt, wohl oft die einzige im Leben. Dennoch spricht man nur selten von mir. Sie kämpfen mutig gegen mich, suchen stets einen Weg, mich zu vertreiben. 

Dabei bin ich ihnen so viel näher, als die Eltern es sind oder jemals waren. Ich weiss mehr über sie, als jeder andere Freund und Mensch. Es ist nicht Dankbarkeit, die ich mir wünsche. Nein, vielmehr ist es mein Bestreben das man lernt, mich zu sehen und zu akzeptieren. Mein Wunsch ist es, das sie mich, als einen Freund anerkennen.

Denn ich liebe sie von ganzem Herzen – die Menschen.

Autor: © Alexander Rossa 2019

Links zum Thema
Wikipedia: Der Tod
Deutschlandfunk.de: Tod und Trauer in der Gegenwartsliteratur

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